Bilder-Nachlese 2014

Das Jahr ist fast zu Ende und beim durchstöbern meines Computers habe ich noch viele Fotos gefunden, die es Wert sind, gesehen zu werden, es aber leider noch nicht auf den Blog geschafft haben, sei es, weil ich sie erst bekommen habe, nachdem der entsprechende Post fertig war, oder sei es, weil es zu dem entprechenden Anlass überhaupt keinen Post gibt.
Viel Spaß beim anschauen!

Trainingslager Varese (copyright: Markus Last)


Trainingslager Varese (copyright: Markus Last)

Trainingslager Varese (copyright: Markus Last)
Trainingslager Varese - die Sonne geht hinter unsichtbaren Bergen unter. (copyright: Markus Last)

Trainingslager Varese (copyright: Markus Last)


Langstrecke Leipzig (copyright: Markus Last)
Langsrecke Leipzig: "Haltet mal bitte die Startaufstellung fest, damit ich ein Foto machen kann" (copyright: Markus Last)


Holland Beker Regatta (copyright: Irene Zapp)

Holland Beker Regatta (copyright: Irene Zapp)

Amsterdam - Wo auch sonst?

Bei den Norddeutschen Meisterschaften gewinnen Svenja und ich die Bronzemedaille im Doppelzweier (copyright: Andreas Anlauf)

Auch im Vierer können wir uns über den Dritten Platz freuen. (copyright: Andreas Anlauf)

Norddeutsche Meisterschaften (copyright: Andreas Anlauf)
Beim Training im November enddecken wir eines der Schiffe, die die A380-Teile transportieren im Rethehafen (copyright: Markus Last)

Judith trainiert... mit den ganz Großen


-garniert mit ein paar Impresionen vom ersten freien Nachmittag in Avis-

Annekatrin Thiele, Lars Hartig, Marcel Hacker, Marie-Louise Dräger.
Die Teilnehmerliste für das Trainingslager in Avis liest sich wie eine Aufstellung des who-is-who des deutschen Skullteams. Und ich ganz unten, am Ende der Liste unter all den Stars steht mein Name.
Wer bekannt ist, über den wird viel geredet. Und oft nicht viel Gutes. Ich habe schon die seltsamsten Stories über Marie-Loise Dräger und Marcel Hacker gehört, wie die angeblich „drauf sind“ bevor ich sie auf dem Regattaplatz zweifelsfrei erkennen konnte - und das anfänglich auch eher am Einteiler als am Gesicht.

Ich bin zwar noch ein kleines Licht, aber irgendwelche Gerüchte haben es doch bis nach Rostock geschafft. Als Marie mich darauf anspricht, was sie vom Hörensagen so über mich mitbekommen hat merke ich das erste Mal, wie weit eine unbedachte Äußerung reisen kann. Und über drei Ecken erzählt von Leuten die einen nicht im geringsten kennen und die einen folglich auch nicht zu mögen brauchen kommen da dann doch komische Sachen bei raus.

Zum Glück haben wir hier ja die Möglichkeit uns näher kennen zu lernen und sind auch bereit dazu, uns gegenseitig die Chance zu geben. Und schnell stelle ich fest: Ruderstars sind auch nur Menschen. Jeder hier ist seinen ganz eigenen Weg gegangen. Jeder bekommt es mal besser, mal schlechter hin, das was er außer Rudern noch so tut mit dem Training unter einen Hut zu bekommen. Bei keinem habe ich das Gefühl, er hätte sich nicht überlegt, was er denn noch anfangen will mit seinem Leben. Jeder weiß, dass es keinen Anspruch auf einen Platz im Boot gibt.

Die Gespräche am Abendbrottisch drehen sich um ganz alltägliche Dinge: „Wie lang studierst du jetzt eigentlich noch?“ - „Was machst du da genau bei Airbus?“ - „Mein Sohn will zu Weihnachten unbedingt eine Trommel haben.“ Abends sitzen wir in der Lobby und spielen Karten.

Und beim Training ist Marie eine der geduldigsten Partnerinnen, die ich je gehabt habe. Und das, obwohl sie schon ihre ersten internationalen Erfolge hatte als ich noch nihct mal wusste, wie ein Ruderboot aussieht. Sie erklärt mir, was ich nicht verstehe vom Trainerkauderwelsch und gibt mir die Chance, an meinen Fehlern zu arbeiten. Und lacht dabei ganz viel.

Judith trainiert... in Avis


Vor gut 12 Stunden bin ich noch durch die A380-Montage geturnt, und jetzt stehe ich am Bahnsteig, bereit zum Aufbruch. Wenn denn die Bahn mal pünktlich kommen würde... ich habe zwar etwas Zeitpuffer, aber eine um 20min verspütete S-Bahn ist schonmal kein guter Start in den Tag. Ich schaffe es noch pünklich zum Flughafen, stehe dort aber vor dem nächsten Problem: der Checkin-Automat fragt mich nach dem Buchungscode, den ich natürlich nicht dabeihabe. Beim zweiten Versuch klappts dann doch mit Perso und Flugnummer. Noch eben meinen riesigen Trekkingrucksack zum Sperrgepäckschalter gebracht – ich habe Gepäck für vier Wochen an drei unterschiedlichen Orten - dann schnell durch die Sicherheitskontrolle. Die ist Mittwochmorgens um halb sieben gottseidank noch recht leer.

„Boarding completed“ - und dann stehen wir da erstmal für eine knappe halbe Stunde, bis die Flugsicherung uns die Starterlaubnis erteilt, denn in Frankfurt hat es geschneit und es dürfen nicht so viele Flugzeuge landen.

Wenigstens hat sich das frühe Aufstehen in einem Punkt gelohnt: ich darf einen wunderschönen Sonnenaufgang über den Wolken erleben.

In Frankfurt treffe ich auf Marie, die morgens schon aus Berlin hergeflogen ist und die undankbare Aufgabe bekommen hat, noch einen Zweiersatz Ausleger mitbringen zu müssen. (Der Dialog am Sperrgepäckschalter muss wohl legendär gewesen sein... „Also, ja, wie haben hier so'n paar so Carbondinger...“ - „Das sind AUSLEGER für ein RUDERBOOT!!“ - „Hab ich doch gesagt, so Carbondinger eben...“)
Kurze Zeit später haben auch unser Trainer Ralf und Leonie, die dritte im Bunde, die Sprengstoffkontrolle passiert und wir können uns endlich bei leichtem Schneeregen ins Flugzeug nach Lissabon setzen.

Andi, der Fahrer des Bootstransports, holt uns vom Flughafen ab. In Lissabon geht es zuerst über eine siebzehn Kilometer lange Brücke. Wahnsinn! Noch wahnsinniger ist allerdings das Wetter. Ich habe das Gefühl, statt eines normalen Fluges mit Ortswechsel einfach einen Zeitsprung in den Mai gemacht zu haben. 15° und Sonne. Supergeil.

Noch mehr staunen muss ich, als wir in Avis ankommen: Wenn man hier nicht perfekt trainieren kann, wo dann? Wir sind in einem 4-Sterne-Hotel im Bauhaus-Stil untergebracht, das neben einem Panorama-Pool (der allerdings jahreszeitlich bedingt doch zu kalt ist) über einen riesigen Fitnessraum mit nagelneuen Ergometern und einen eigenen Bootsanleger am Stausee verfügt.
Schnell haben wir den Zweier und einen Einer aufgeriggert, dann geht’s nochmal eine Stunde Rudern, bevor die Sonne hinter die Berge fällt und es schnell richtig kühl wird.
Ich für meinen Teil falle um halb neun ins Bett, nachdem ich noch mit der Quadratur des Problems der Lichschalter in 4-Sterne-Hotels gekämpft habe – wir haben einen Haufen Stehlampen im Zimmer, die alle an Steckdosen hängen, die über Lichtschalter schaltbar sind. Zusätzlich gibt es aber auch noch Schalter an den Lampenkabeln... nach zehn Minuten habe ich endlich alles aus.

Morgens hängt dichte Nebelsuppe über dem See, so dass wir erstmal nicht rudern gehen können. Also ab aufs Ergo, und dann noch ein bisschen Kraftttraining. Nachmittags scheint dann aber wieder die Sonne und wir schwingen uns wieder in die Boote. Ich rudere im Einer bis zum Ende des Sees und wieder zurück über spiegelglattes Wasser und durch eine Stille, wie ich sie sonst nur auf dem Embalse de Valmayor erlebt habe.

Dortmund: gut, aber...

Der November ist nicht gerade dafür gemacht, mich zum Training zu bewegen: es ist kalt und grau. Einheiten im Boot werden selten, dafür sitze ich zweimal in der Woche auf dem Ergometer und mache viel Krafttraining. Die schnellen Sommersportler werden ja bekanntlich im Winter gemacht. Oder, wie meine Trainingskameradin Franzi das mal gelernt hat: Jeder hat sein persönliches Fitness-Milchglas, von dem er bei jedem Wettkampf einen Schluck trinkt. Und die Trainingseinheiten im Winter dienen dazu, das Milchglas möglichst voll zu machen.

Immerhin gibt es ein Ziel, auf das ich noch hintrainieren kann: wenn ich auf der Langstrecke in Dortmund eine gute Leistung abliefere, darf ich im Dezember nach Portugal ins Trainingslager. Dort wird es dann darum gehen aus vier Athletinnen einen Zweier zusammenzustellen, der dem derzeit schnellsten deutschen Duo Noske/ Müller das Olympiaticket streitig machen kann.
Quelle: Detlef Seyb/ rudern.de
Also erstmal auf nach Dortmund. Anders als in den Vorjahren fahren wir hier nicht mehr zweimal 6000m (Samstags im Einer, Sonntags im Doppelzweier), sondern müssen am Samstag einen 2000m-Ergotest fahren und dürfen erst am Sonntag in die Einer.
Also los mit meiner absoluten Lieblingsdisziplin: 2000m auf dem Ergo. Wenn ich was nicht kann, dann das. Die ganzen Analysegeschichten zeigen recht deutlich, dass zwar meine aerob-anaerobe Schwelle von Jahr zu Jahr besser wird, aber meine maximale Leistungsfähigkeit zeigt sich davon in der Regel ziemlich unbeeindruckt. Spitzenathletinnen fahren normalerweise unter 7:10min, während ich seit drei Jahren versuche, die 7:20 zu knacken.
Auf ein neues also: ich komme gut rein ins Rennen, wenn ich die Geschwindigkeit so halte, dann lande ich im Bereich meines Bestwertes. Ergotests sind kein Spaß, schon nach 500 Metern tut mir alles weh. Nach 1000 Metern habe ich kein Gefühl mehr in den Fußsohlen. 1500 Meter sind gefahren, Markus plärrt mir heiser ins Ohr, mich packt nochmal der Ehrgeiz und ich lege los zum Endspurt. Als ich nach 7:19,5 über die virtuelle Ziellinie fahre, bin ich genau so lange glücklich über meine Leistung bis sich meine Nebensitzerin, darüber ärgert, dass sie nur eine 7:08 gefahren ist. (Das ist so wie damals mit dem Abizeugnis. Ich habe mich genau eine halbe Stunde lang gefreut, dann kam mein Bruder nach Hause und war enttäuscht, dass auf dem Zeugnis auch dann eine 1,0 steht, wenn man doch rein rechnerisch eine 0,8 hätte.)

Immerhin reicht es für Platz 10 im Ergotest und bekanntlich schwimmen Ergos ja nicht. Rudern kann ich zum Glück besser. Und so schwinge ich mich am Sonntag Nachmittag bei klirrender Kälte in mein Boot und rudere hoch zum Start. So richtig läuft's noch nicht beim Warmfahren. Ich werde ein bisschen nervös. Die folgende Langstrecke ist mal wieder ein Musterbeispiel für die Subjektivität menschlicher Zeitwahrnehmung. Manche Teilstücke (besonders die am Anfang, wo mir Katrin, die nach mir gestartet ist, noch versucht das Leben schwer zu machen) kommen mir phänomenal kurz vor, andere ziehen sich wie Kaugummi in die Länge. Alles in Allem rutscht das Boot aber ganz gut. Ich wundere mich die ganze Zeit, dass Markus mir immer was von meinem Abstand zu Leonie Pless aus Frankfurt erzählt, wo doch Marie-Louise Dräger direkt vor mir fährt. Im Ziel weiß ich dann, warum: Marie ist doch tatsächlcih deutlich schneller gefahren als die schnellste der schweren Frauen, und ich reihe mich knapp vor Leonie als Vierte ein. Wieder ein Grund sich ein bisschen zu freuen. Bis Leonie erzählt, dass die Strecke bei ihr nicht so toll lief.

Na ja, der Winter ist noch lang. Mir bleibt also noch viel Zeit, um mein Milchglas vollzubekommen. Und nach Portugal darf ich natürlich mit.

Mal wieder Diagnostik

Seit Samstag weiß ich endlich, wie stark ich bin: Es war mal wieder komplexe Leistungsdiagnostik.
Bisher bedeutete das immer: ein Wochende am Olympiastützpunkt verbringen, viel Kuchen, viele Tests. Ein Wochenende, an dem man nicht trainieren konnte.
Dankenswerterweise ist die KLD seit diesem Jahr verschlankt worden. Jetzt geht sie nur noch einen halben Tag, dafür gibts aber auch keinen Kuchen mehr...

Los geht's mit dem Stufentest auf dem Ergometer. Der dient dazu, meine persönliche aerob-anaerobe Schwelle zu ermitteln. Dafür muss ich jeweils 4 Minuten lang bei einer festgelegten Leistung Ergometer fahren, dann habe ich eine Minute Pause, in der mir ein Tropfen Blut entnommen wird um meinen Laktatpegel zu messen. Wenn ich im Schnitt über 3 Schläge 10 Watt zu wenig leiste, kassiere ich eine Verwarnung. Nach 5 Verwarnungen endet der Test.
Also los... ich beginne mit 100 Watt. Es ist 9 Uhr morgens. Ich muss aufpassen dass ich nicht einschlafe. Die Helferin hat mir schon ganz große Hoffnungen gemacht "ooohh, so ein kleines Ohrläppchen, das wird ja schwierig..." Es gibt durchaus Leute, die das trotzdem schaffen... Sie braucht auf jeden Fall im Schnitt 55s der 60s Pause die ich habe, was ich ihr spätestens ab der 220-Watt-Stufe dann doch verüble. Ich hätte ja noch gerne einen Schluck getrunken...
Bei Markus kommen mal wieder ernsthafte Zweifel am Messystem auf. Wenn zwei Athleten gleichzeitig ihren Test starten, wie kann dann nach zwei Stufen schon ein - im Countdown deutlich hörbarer - Zeitversatz vorkommen?
Letztendlich überlebe ich bis zur zweiten Minute der 300-Watt-Stufe, und baue maximal 8,3 Laktat auf (bin halt kein Laktatjunkie, sorry....)

Anschließend geht's beim Physio vorbei. Nichts neues hier, der Hüfbeuger ist immer noch zu schlecht gedehnt. Dann unternehme ich einen Ausflug in die griechische Mythologie und reite auf dem Pegasus. Scherz beiseite - der Pegasus ist ein Gerät, das zur statischen Rumfkraftmessung dient. Zuerst werde ich komplett in Polster eingequetscht (wenn jetzt nur mal der Feuerarlarm nicht losgeht....), dann muss ich mit meinem Oberkörper Kraft nach vorne, hinten, zur Seite und in Drehrichtung aufbauen. Wie die letzten gefühlten 100 mal ist mal wieder mein Bauch viel zu schwach... also gaaanz viel Kraftgymnastik diesen Winter, vielleicht hilft es ja dieses Jahr. Anschließend wird noch die Kraft in meinen Beinen und die Rumpfkraft unter dynamischer Last gemessen. Auch meine Beine sind ziemlich ungleich mit Muskeln ausgestattet: das eine ist 23% stärker als das andere. Keiner weiß wo es herkommt, und niemand kann mir sagen, was ich dagegen tun kann.

Aber wir haben es mal analysiert....

Judith trainiert... Fanpost beantworten

Lang nichts mehr gehört von mir, ich weiß... Hauptsächlich liegt das daran, dass ich Posts der letzten Wochen gut mit "Judith trainiert Löcher zugipsen, Wände streichen und Möbel aufbauen" hätte titulieren können. Jetzt ist die Bude aber soweit halbwegs benutzbar (der Ofen stellt grade seine Funktionstüchtigkeit mit einem Blech Nussecken unter Beweis) und ich komm mal wieder dazu, mich an den Schreibtisch zu setzen. Da wartet nämlich noch eine Aufgabe für mich:


Vor ein paar Wochen hatte jemand einen Brief an meinen Spind gepinnt, kurze Zeit später folgte der zweite Brief dieser Art. Beide waren sie von älteren Herren geschrieben worden. Ich glaube, ich muss sie schon allein deshalb aufheben, weil ich noch nie im Leben so unglaublich höflich um etwas gebeten worden bin.

"Ich hoffe sehr, dass Sie Zeit finden, mir meine Bitte zu erfüllen. Für Ihre Mühe danke ich Ihnen im Voraus"

Beide hatten sie sich das Foto von meinem Rudern.de-Profil  ausgedruckt und wollten doch tatsächlich ein Autogramm von mir.

Ein Autogramm. Von mir???

Es waren beide Dinge, die leichtes Befremden in mir weckten. Als jemand, der die letzten vier Wochen damit zugebracht hat, Dinge wegzuwerfen, die die letzten paar Jahre nun auch echt nicht benutzt worden sind (zu welchem Gerät gehörte wohl dieses Ladekabel mal..?) tue ich mir ein bisschen schwer damit, zu verstehen, warum manche Menschen Dinge sammeln. Dazu noch einfach Zettel mit Unterschriften drauf. Mit Unterschriften von Leuten wie mir, dem netten Mädchen von nebenan. Okay, ja, ich mach ein bisschen mehr Sport als du, aber nein, ehrlich, das ist nicht so wild....

 Na gut, sie haben ja echt lieb gefragt, die Bitte möchte ich Ihnen nicht ausschlagen. Dummerweise mag ich mich so gar nicht auf dem Foto, das der DRV da auf seiner Homepage hat... also bin ich doch nochmal losgegangen um Fotos auszudrucken. Zum Glück gab es ja vor der WM noch einen offiziellen Fototermin. Um die Verspätung auszugleichen, gibt's noch ein Autogramm von Markus dazu, der hat ja schließlich auch gewonnen. Noch ein paar persönliche Worte dazu, und dann ab in den beiliegenden Rückumschlag und zur Post.


Answering fan mail

Hey there, I'm back... As my new flat is finally more or less habitable, I can come back to what has been lying around on my desk for the past few weeks:
I have received two letters from elderly men (my goodness, I've never received such a polite request!), asking me for an autograph.

Me? For an autograph??

It's both things that make me confused. First, that there are people who seriously collect pieces of paper with signatures. (Especially strange when considering how much time I've spent during the last weeks with throwing away things that I definitely never used during the last four years...)
Secondly, an autograph from  me, the nice young woman living next door? Yeah, well, okay, I do some more sports than you, but is there anything about it? I mean, it's my hobby, just as you might play the guitar, or paint, or dance. Or collect autographs. Okay guys... Of course, you will get an answer. In the end, I am happy about each supporter, and everybody just has his or her own way of showing interest.

Celebrate Rowing!


Quelle/ source: Oliver Quickert, rudern.de

Und plötzlich war er dann doch gekommen, der Finaltag... Markus hatte uns am abend vorher noch jedem einen "Spickzettel" für unters Kopfkissen geschrieben, mit den Punkten, an die wir während des Rennens denken sollten - meiner war recht lustig, da stand nämlich:

Strecke: früh, flach, locker
noch ein bisschen Text, damit der Zettel voller aussieht von außen

Dazu in der Besprechung die Bemerkung "bei dir mach' ich mir eh' keine Sorgen." Aha, okay...

Am nächsten morgen fing sie dann an, die Warterei, während der wir ruderten, Brote schmierten, spazieren gingen, schliefen, Musik hörten, sehr sorgfältig Taschen packten, die Taschen wieder auspackten um zu kontrollieren, ob wir auch wirklich alles eingepackt hatten, sorgfältig wieder alles einpackten und ich mit meiner whatsapp community ausdiskutierte, ob das Rosinenbrötchen mit Erdnussbutter nun ein gutes Frühstück war oder nicht.

Jeder bekämpft die Nervosität auf seine Weise, und so hat Markus sehr viel Zeit investiert um nochmal alle Bootseinstellungen nachzumessen. Um 15:30 durften wir dann endlich auf die Waage, und ab da geht's dann sowieso meistens sehr schnell...

Das Wetter war so wie in Ratzeburg geübt, ein paar Wellen und mächtig Wind... mit unseren extra lang eingestellten Außenhebeln kamen wir kaum hoch zum Start... Am Start dann noch eine kurze Schrecksekunde - hätten die Holländer doch fast ihr Boot an der Startbrücke zerdeppert... hat ordentlich gescheppert, zum Glück ist aber alles heil geblieben.

Es folgte das bisher kürzeste 2000m-Rennen meiner Karriere - nach gefühlten 3 Schlägen flogen wir an der 500m-Marke vorbei, bei 1000m dachte ich mir "echt, jetzt schon???"  etwas später hatten wir dann auch schon den Endspurt eingeläutet und China damit endgültig auf Platz vier verjagt. Schön rudern ist anders, aber bei dem Wind ziemlich schwierig zu bewerkstelligen. Meine Glückwünsche an die Holländerinnen, die das hinbekommen haben. (Das ist die Boots-Innensicht... ich schaue grundsätzlich nicht raus, ansonsten hätte ich euch wohl schildern können, wie wir uns von Platz 5 auf Platz 3 vorgearbeitet haben, aber das hab ich ehrlich gesagt gar nicht mitbekommen... Ihr könnt euch das Rennen aber hier in voller Länge ansehen).

Die Zielzeiten waren durchweg extrem schnell an diesem Tag, die Siegerinnen aus den Niederlanden konnten den Weltrekord um 9 Sekunden verbessern und auch die zweitplatzierten Australierinnen und wir waren noch schneller als der alte Rekord. China musste sich mit Platz 4 begnügen, Italien wurde Fünfter und Großbritannien landete auf Platz 6. Die Siegerehrung war nochmal ein sehr besoonderes Erlebnis: Die gesamte, brechend volle Tribüne hat die niederländische Hymne mitgesungen. Was für ein Moment!!

Abends gabs dann die wahrscheinlich beste Pizza meines Lebens, und den Rest des Wochenendes kann man sich noch gut mit Amstersam und restliche Finals angucken vertreiben.

An dieser Stelle: ganz herzlichen Dank an alle, die uns in den letzten Wochen unterstützt, mitgefiebert und Daumen gedrückt haben! Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht!

PS: ach ja, die Zettel... Leonies war nach Streckenabschnitten aufgeteilt, und Katrin sollte einen Spurt an einer Stelle ansagen, wo Leonie keinen fahren sollte - geklappt hat's ja trotzdem...

Celebrate Rowing!


And suddenly, the day of the final had come... Markus had written us some "crib sheets" with our individually important points to place underneath our pillows - mine was kind of funny, as it only contained the following:

Course: early, shallow, relaxed
and some text, just to make the sheet seem fuller

It got it with the comment "I don't worry about you anyway." Well, okay...

The next day, the most important thing to do was to kill time until we could finally go to the scale at 15:30. Markus did by checking every single adjustment of our boat, we did by sleeping, going for a walk, listening to music, packing our bags thoroughly, unpacking it and re-checking its contents, packing our bags thouroughly... and discussing with the whatsapp group if a raisin bun with peanut butter is a good breakfast or not.

Finally, after weighing, the two hours until the start usually pass by quickly.

Weather was like we had practised in Ratzeburg - some waves and lots of wind... we had a short moment of shock when the dutch crew crashed their boat into the start pontoon, but fortunately nothing broke an we could start on time.

What followed was the shortest 2000m-race of my whole career. We passed by the 500m mark after what felt like three strokes, and when I looked out of the boat for the first time, it was already quite clear that the chinese would not overtake us again (honestly, I was not aware that we made it from rank 5 to rank 3 in the course of the race... if you weren't able to watch it live, you can find the full video here)

The finishing times of the whole day were extremely quick, the winning dutch crew was 9s faster than the existing world record, and also the Australian on the second and ourselves on the third position were below that time. We were followed by China on four, Italy on five and Great Britain on sixth position.
The victory ceremony was particularly impressive - everyone on the grandstand was singing along the dutch anthem. What a moment! What a race!


In the evening, I ate the best pizza (plus Tiramisu :-P) of my whole life, and the rest of the weekend is well filled with strolling around in Amsterdam's centre and watching the finals of the others.


Last but not least: Thanks to everyone of you for crossing your fingers for us, for your support and for watching the races! It's amazing to see how many people are interested in what I'm doing.
At this point, there is something I'd like to know from everyone who read the English section of the blog during the last month - would you be interested to read my blog beyond the world championships? I'm looking forward to your comments!

PS: oh yes, the crib sheets... Leonie's was indeed a bit fuller than mine, and did actually contain contrary instructions to Katrin's. Well, obviously, it worked somehow... Sometimes Markus' ideas are weird.

Vorlauf

Quelle/ source: Oliver Quickert, rudern.de

Der Vorlauf ist gerudert - und wir haben es tatsächlich direkt ins Finale geschafft! Wir konnten schon am Start die Bugspitze nach vorne schieben und die (wenn auch knappe) Führung kontinuierlich ausbauen. Am Ende sah das Ergebnis unseres Vorlaufes (hier auch nochmal offiziell zum nachlesen) aus wie folgt:
GER (06:48)
ITA (06:50)
USA (06:53)
MEX (07:01)
CZE (07:10)

Der zweite Vorlauf war zumindest nach den Zeiten deutlich schneller. Hier erstmal das Ergebnis:
NED (06:41)
AUS (06:43)
CHN (06:46)
GBR (06:48)

Damit stehen außer uns auf jeden Fall schon mal Italien, Niederlande und Australien im Finale, um die letzten beiden Finalplätze streiten sich die übrigen Boote morgen im Hoffnungslauf. Wir werden auf jeden Fall hinfahren um uns das anzusehen - das wird hoffentlich auch helfen, die Vorlaufzeiten besser einzuschätzen, weil noch können wir uns noch nicht ganz vorstellen, dass GBR genauso schnell sein soll wie wir. Auf jeden Fall wird's spannend im Finale - das Boot lief zwar schon deutlich besser als im Relationsrennen, aber ein bisschen können wir bestimmt noch draufpacken... Meinem Gefühl nach ist aber echt jede Platzierung von zwei bis sechs denkbar. Es bleibt spannend....

Heat

The heat is over, and with a small, but constantly defended head start we have made it directly to final A.

The result of the two heats (official figures here) is:

Heat 1:
GER (06:48)
ITA (06:50)
USA (06:53)
MEX (07:01)
CZE (07:10)

Heat 2:
NED (06:41)
AUS (06:43)
CHN (06:46)
GBR (06:48)

This means that beside us, Italy, the Netherlands and Australia have already qualified for the Final. All the other boats will compete tomorrow in the repecheage. We're quite excited about what will happen there, as it gives us a hint on how far we can trust the times of the heats - so far, we cannot really believe that our heat was entirely slower than the second one. Anyway, though all of us had the feeling that this race was already better than our test race in Ratzeburg, we're confident that we can - and have to - improve further. From my personal feeling, the final will to be tough, and in the end it can be any position between two and six for us...

Morgen geht's los - ein paar allerletzte Infos

Nur noch einmal schlafen, dann ist Vorlauf... die Spannung steigt. Aber ich bin richtig froh, dass es jetzt losgeht!!

Letzte Infos für euch Neugiersnasen:
Es wird morgen aller Vorraussicht nach zwei Vorläufe geben, den ersten um 15:08 mit ITA, USA, MEX, CZE und uns
Der zweite Vorlauf startet um 15:15 mit GBR, NED, AUS, CHN.
Jeweils die ersten zwei Boote qualifizieren sich für das Finale A, alle anderen Boote treten dann im Hoffnungslauf an, über den sich noch weitere 2 Teams fürs Finale qualifizieren können.

So wie das heute aussah, werden die Vorläufe als "normale" Rennen gegeneinander ausgetragen, bei sehr unfairen Bedingungen kann aber auch auf sogenannte "Time trials" ausgewichen werden, bei denen alle Boote nacheinander auf der selben Bahn fahren und anschließend die Zeiten ausgewertet werden (aber im selben Qualifikationsmodus, als wären zwei Vorläufe gefahren worden.)

Auf worldrowing wird es einen Livetracker und Audiokommentar geben.

Some information for tomorrow


Tomorrow, the world championships will finally start for us with the heat:

There will be two heats, the first one at 15:08 with ITA, USA, MEX, CZE and us, and a second one at 15:15 with  GBR, NED, AUS, CHN.
The respective first two of each heat will directly proceede to the final A, all the other boats compete again in the repecheage, through which another two teams qualify for the final.

In case the weather conditions remain as fair as today, the heats will be held as "ordinary races" with the boats competing directly against one another. In case the wind would lead to unfair conditions among the lanes, the heats could also be held in form of "time trials" with the teams rowing after one another on the same lane.

You can follow us live by tracker and audio comment on worldrowing.

Achtung, fertig, ... es geht los!



Der größte Teil der Mannschaft ist schon am Mittwoch abgereist in Richtung Amsterdam, und so haben wir uns die letzten Tage den Ratzeburger See nur noch mit den Seglern, den Wellen und den Blässhühnern geteilt. Langeweile macht sich breit, weil wir nicht mehr so viel trainieren - zweimal 45min am Tag, das war's. Den Rest des Tages versuchen wir, die Zeit totzuschlagen mit Lesen oder Spazierengehen. Trotz allem trifft uns die Erkenntnis, dass es nur noch vier Tage sind bis zum Vorlauf dann doch recht überraschend, als am Donnerstag die Vorbelastung auf dem Programm steht. Heute hieß es dann Boot einpacken und aufladen - morgen früh geht's endlich los nach Amsterdam!
Die Kindergruppe aus dem Verein hat mir ein sehr nettes Motivationsvideo geschickt, das ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte... Danke!!

Fernsehzeiten für die WM findet ihr auf der WM-Infoseite des DRV. Leider werden unsere Rennen nicht im Fernsehen übertragen, aber zumindest zum Finale gibt es einen Video-Livestream auf worldrowing.com.

video

 

Ready, attention, ... departure!

The rest of the team has already departed to Amsterdam on Wednesday morning, so that for the last three days we have only shared the lake with the waves, the sailors and the ducks. Between our rowing sessions, which have recently become shorter and less frequent to support regeneration, I have tried desperately to fight boredom by taking walks along the canal and reading more books than in the whole last year... it's really time to leave.
Nevertheless, it was kind of a surprise to realize yesterday that there are only 4 days left until the heat. Today, we wrapped our boat, put it on the trailer and packed our bags - tomorrow, we're finally going to leave.
The youngsters from my club have sent me a very cute motivation video - thanks a lot to you guys! (Songtext ist "Hello Judith - are you still on training? - do you already hear the starting tone? - ready, attention, beep")

By the way, the semi-finals and finals of the olympic boat classes will be broadcasted on Eurosport. Our final can only be watched on worldrowing.com

Relationsrennen

Quelle/ Source: Peter Adams / rudern.de

Es ist endlich soweit: das Relationsrennen steht an! Jetzt wird entschieden, ob wir zur WM fahren oder nicht.

Da wir schon morgens um acht am Start liegen sollen, fällt vorher "wachrudern" leider flach, stattdessen gehen wir morgens eine Runde spazieren, um unseren Kreislauf in Schwung zu bringen. Einige Meter hinter uns läuft die Dopingkontolleurin, die leider just in dem Moment ankam, als Katrin schon durchs Badezimmer durch war, und sorgt für eine gewisse Situationskomik. Letztendlich muss sie uns dann doch bis nach Ratzeburg begleiten, aber immerhin schafft Katrin eine gültige Probe, bevor wir ablegen müssen.

Ziemlich nervös - Markus kennt inzwischen das Ausscheidungskriterium, hat uns aber selbst nur mitgeteilt, es sei "äußerst wohlwollend" - legen wir ab und fahren rüber auf den Küchensee, der uns mit glattem Wasser und einem leichten Schiebewind empfängt.

Wir fahren gegen den Leichtgewichts-Männer Zweier-ohne - es klingt zwar sehr komisch, aber in der Theorie sollten die tatsächlich so schnell sein wie wir, und das obwohl sie sechs Blätter weniger im Wasser haben. In der Praxis sind sie's leider nicht so ganz, so dass wir nach dem Startspurt relativ einsam die Bahn nach unten rudern. Unsere Anspannung macht sich auch im Ruderstil bemerkbar, wir geben zwar alles, aber dieses gewisse etwas, das Boot einfach vorne mitnehmen und beschleunigen, um dann locker wieder in die Auslage zu kommen möchte sich heute einfach nicht so recht einstellen, und auch unsere Spurtstärke hält sich in engen Grenzen. Schlecht war's aber jetzt auch nicht so richtig... etwas ratlos liegen wir am Steg und lassen uns die Ohren für die Laktatproben zerpieksen, dann geht's schnell zurück zur Akademie, denn aus dem leichten Nieselregen der letzten paar Minuten ist ein nicht mehr ganz so leichter Wolkenbruch geworden.

Wir gehen an Land, aufs Spinningrad, zum Physiotherapeuten und wieder zurück ins Foyer der Ruderakademie, überlegen schon, zurück zur Ferienwohnung zu fahren, als ich endlich den rettenden Anruf von Markus bekomme: WIR SIND DABEI! Und zwar - trotz aller ruderischen Kleiningkeiten - mit Bravour. Im internen Ranking (angegeben wird jeweils aktueller Weltrekord/ gefahrene Zeit) stehen nur der Männerachter und der Leichtgewichts-Männereiner besser da als wir.

Relation race

Quelle/ source: Peter Adams / rudern.de
The day has come: The relation race will finally decide if we will compete in Amsterdam or not.


As our start is at eight in the morning, we have decided not to have a wake-up rowing round, but to take a short walk before breakfast. Some meters behind us, the doping controller which has arrived just after Katrin has been to the bathroom is creating a certain kind of situation comedy. Finally, she comes to Ratzeburg with us, but Katrin is able to deliver a valid probe before we have to row to the start.


We're all quite nervous - Markus has not told us the exact criterion, but just mentioned it would be "extremely benevolent".

The Küchensee welcomes us with calm water and a slight tailwind.

We are competing against the lightweight mens' pair - sounds funny, but despite they're having six oars less than us, they should theoretically be as fast as us.
Practically, they aren't, which means we're rowing almost alone after the first 300 meters. Our nervousness is still reflected in our rowing style - somehow, we're not brave enough to let come some slower strokes to smoothen our rhythm, and our sprints do not completely have the desired effect. However, the race seems not to be too bad. We hope and wonder while we're waiting for our lactate probes to be taken. As it has started to rain, we return to the rowing academy, change, spend half an hour on the spinning bike, go to the physiotherapist, back to the entrance hall, start to think about returning to our flat... Finally Markus calls me and releases us: WE'RE IN! And after all, with quite a good result - compared to their respective world records, only the mens' eight and the lightweight mens' single have been faster than us.

WM-Vorbereitung: Zwischenstand

Letzte Woche gab es viel zu feiern: nach mir ist nun auch Katrin uralt (also 24) geworden.

Am Sonntag haben wir dann noch einen Ausflug zur Hamburger Regattastrecke unternommen, um die Finals der Junioren-WM anzuschauen. (Ehrlich gesagt, irgendwie langweilig.... es hat fast immer Deutschland gewonnen...)


Seit Montag sind wir jetzt in Ratzeburg (naja, fast, unsere Ferienwohnung liegt in einem richtigen Kuhdorf....) und schlagen uns mit den Wellen auf dem Ratzeburger See rum. Nachdem uns anfänglich erzählt wurde, dass wir das Boot mal lieber von Hamburg gleich nach Mölln an den Elbe-Lübeck-Kanal bringen sollen, geht es doch erstaunlich gut. Nicht zuletzt wegen unserer exklusiven Sonderanfertigung von Wellenbrecher (ca. 30cm hoch), die dafür sorgt, dass Katrin nicht jede Welle gleich über den Kopf bekommt. Sieht komisch aus, ist aber extrem wirkungsvoll...

Auch die Einkleidung konnte ausgiebig anprobiert werden - dieses Jahr dabei: die Schlafanzug-Karobluse!

Nachdem wir uns vor ein Tagen ruderisch ein bisschen festgefressen hatten, läuft die Kiste inzwischen wieder ganz gut und auch das erste Testrennen über 1000m war ganz zufriedenstellend. Jetzt müssen wir am Samstag nur noch beweisen, dass wir auch über die 2000m-Strecke noch schnell sind.  Der DRV schreibt dazu folgendes in der Pressemitteilung zur Nominierung des WM-Kaders: "Noch offen ist die Nominierung des Frauen-Zweier ohne Steuerfrau sowie des Leichtgewichts-Frauen-Doppelvierers, da bislang in beiden Bootsklassen die internationalen Vergleichswerte fehlen. [...] Den Leichtgewichts-Frauen war ein Start im Doppelvierer beim Weltcup-Finale in Luzern nicht möglich, sodass auch hier ein Rennen gegen eine vergleichbare Bootsklasse Aufschluss über die Erfolgschancen geben soll."
Insgesamt sind wir aber ganz guter Dinge, dass man uns wohl mitnehmen wird. Seit gestern ist auch das Meldeergebnis zur Weltmeisterschaft öffentlich. Wenn wir denn starten, dürfen wir uns auf ein für den leichten Doppelvierer sehr großes und stark besetztes Meldefeld freuen:
Es treten an:
Australien
China
Tschechien
Großbritannien
Deutschland
Italien
Mexico
Niederlande
USA

World Championship preparation: what has happened in the meantime

Last week was our last week in Hamburg - we have celebrated Katrins birthday (at least someone else in the boat is as ancient as me....) and spend half a day out at the Regatta lane in Allermöhe to watch the finals of the world rowing junior championships (a bit boring.... Germany was peramnently winning...)

On monday morning, we settled over to Ratzeburg (well, precisely to a very small village in the surroundings... there's really nothing going on out here, but I enjoy relaxing...) Though the other coaches had recommended us to bring our boat directly to the Elbe-Lübeck canal, as there's plenty of wind down in Ratzeburg, Markus has equipped the quad with a huge (around 30cm heigh) wave shield, which keeps Katrins head dry. Looks funny, but allows us to row on Ratzeburgs lakes...

After having struggled a lot with ourselves, each other, our own ambitions and the difficult weather, we have finally found a good structure for our stroke, and were able to prove we're quite fast in a 1km test race this morning. We're quite confident we can repeat that for our final "nomination test race" on saturday.


Since yesterday, the enty results for the world championships are out, with an astonishingly big and presumably fast field in the lightweight womens' quad, with 9 boats from:

Australia
China
Czech Republic
Great Britain
Germany
Italy
Mexico
Netherlands
USA

 



Alles im Takt

Nach der ersten Trainingseinheit heute morgen konnten wir dann doch alle wieder lachen - unser anfänglicher Tausendfüßler mit Backborddrall ist einem runden, gut laufenden Trainingsschlag gewichen - jetzt müssen wir das ganze nur noch auf Frequenz bringen...

Das Training hatte ende letzter Woche mit einer sehr unerfreulichen Nachricht begonnen: Leonie und Wiebke sind auf der U23-WM "nur" siebte geworden (jeder der das schlecht findet: macht das erstmal nach), und außerdem waren unserer Trainingsbelastungen vor ein paar Wochen in Ratzeburg (in unserer zweiten gemeinsamen Rudereinheit) doch noch ziemlich langsam. Deshalb haben die zuständigen Bundestrainer beschlossen, unsere endgültige WM-Teilnahme von unserem Ergebnis im Relationsrennen (also der Abschlussbelastung im Trainingslager) abhänging zu machen. Wir fühlen uns ziemlich veralbert, nicht zuletzt deshalb, weil wir sowieso eine selbstzahlende Bootsklasse sind (das Argument "lohnt sich nicht" zieht also nicht wirklich). Na ja, das leben ist hart, aber ungerecht, aber im Grunde genommen wissen wir alle, dass wir gute Ruderer sind und dass wir es verdient haben, zur WM mitgenommen zu werden. So'n blödes Relationsrennen wird uns da nicht aufhalten.

Markus hat uns nochmal umgesetzt - anders als vor ein paar Wochen in Ratzeburg, als ich noch auf Schlag saß, sitzt jetzt Leonie auf Schlag, dann Wiebke, dann ich, und Katrin bleibt im Bug. Für mich, als klassische Bug- oder Schlagfrau, ist der Platz im Maschinenraum noch ziemlich gewöhnungsbedürftig - nicht nur, weil ich ständig vergesse, dass ich das Kommando habe... Aber der Bootsdurchlauf scheint Markus Recht zu geben.
In welche Richtung kippt's denn nun? Katrin und ich sind uns da uneins.. //What direction are we tilting to? Katrin does not share my opinion...
Und die ersten paar Trainingseinheiten in neuer Besetzung sind sowieso selten die pure Freude - alle haben ständig das Gefühl, nicht hinterher zu kommen, das Boot schaukelt oder hängt gleich permanent auf eine Seite, und statt vorne das Wasser sanft zu greifen und das Boot mitzunehmen, lösen wir in der Auslage erstmal einen Parkschein, um wieder von Null anzufangen...

Markus lässt uns stundenlang so fiese Übungen wie Pausenschläge, Luftschläge, Rudern ohne Schuhe und Rudern mit geschlossenen Augen machen (gerne auch alles in Kombination), so dass wir meistens heilfroh sind, wenn wir wieder aussteigen dürfen. Aber, was soll ich sagen: effektives Training ist, wenn man den Trainer nicht erst nach, sondern schon während des Trainings umbringen möchte. Und offensichtlich funktioniert es ja....

 

Finding the right rhythm


Our first rowing session this morning ended with four confident smiles - in less than five days, the millipede-style rowing is overcome, and we have developed a common understanding for the structure of the stroke at training speed. Race speed will follow, I'm sure.


Training for the world championships had started with unpleasant news for us: Wiebke and Leonie have "only" made the seventh rank on the under 23 year old world championships, and our training races some weeks ago (in our second training unit as a team) were still a bit slow. Because of that, the responsible coaches of the german rowing federation will wait for our so-called "relation race", the final test race against the clock, to finally decide if they will let us start on the world championships or not. Sometimes, these guys are a riddle to me... in the end, we're a self-paying boat, so letting us start would mean in the worst case a disgrace for the rowing federation at zero financial impact.
Despite we're all quite angry about this withdrawal of confidence we're eager to show that we are a strong team and we are worth being sent to Amsterdam!

Markus has rearranged our positions in the boat - different to our first training weekend, where I was on stroke, it's now Leonie on stroke, then Wiebke, then me, and Katrin in the bow. For me, sitting in the "engine room" of the boat is a completely new experience - before, I was always either on stroke or in the bow.  I still keep forgetting to give the commandos...

The first trainings in a new team are always hard - everyone feels stressed, the boat is rocking and instead of smoothly gripping the water on the attack, you're buying a parking ticket in each stroke...
Markus makes us row the most mind-boggling exercises he can find: rowing with closed eyes, without shoes,  varying stroke rates every couple of minutes, with breaks in the stroke, air strokes... and of course everything in combination! Absolutely exhausting, but obviously efficient...

Geburtstagsausflug mit Katmarman

Dieses Wochenende sind cruise days in Hamburg, mit ganz vielen Kreuzfahrtschiffen, und der besonderen Blue-Port Aktion - die Kräne des Containerterminals, einige Schiffe, viele Brücken und auch die Elbphilharmonie sind ganz in blau beleuchtet. Zeit für einen kleinen Ausflug...
Einige meiner Vereinskameraden treffen sich abends um halb zehn für dieses besondere Spektakel nochmal zum Rudern, wir bevorzugen nach 34km Rudern plus Krafttraining dann doch die gemütliche Variante: zu sechst auf Markus' Katamaran und ab in den Hafen! Am Containerterminal vorbei geht's in richtung Köhlbrandbrücke, die zu unserer Enttäuschung gar nicht blau erstrahlt... erst als wir drunter duch sind stellen wir fest, dass das mal wieder ein Fest für die Bewohner des Nordstrands ist: die Brücke ist nur einseitig beleuchtet. Wir folgen dem Köhlbrand bis zur Einmündung in die Norderelbe und staunen nicht schlecht: auf der Elbe herrscht dichter Verkehr. In beide Richtungen fahren mehr oder weniger blau beleuchtete Gefährte vorbei: wir sehen viele Hafenfähren, zwei Kreuzfahrtschiffe, ein riesiges Papierboot, einen Schaufelraddampfer, einen Schwimmkran und sogar die Cap San Diego wird von zwei Schleppern in Richtung Nordsee bugsiert. Wir beschließen, uns da mal lieber nicht mit unserer Nussschale einzureihen und treten den geordneten Rückzug durch die Ellerholzschleuse, in den Reiherstieg, vorbei am Spektrum-Festival, für das der Rethespeicher in buntes Licht getaucht ist.


A birthday trip with the catamaran

This weekend, the cruise days take place in the port of Hamburg - with lots of cruise liners, a big firework and the special blue port lightshow lighting up several bridges, ships, container terminals and the new opera house. Best conditions for a small trip...

Some of my club mates meet at the rowing club in the late evening to row to the port and watch the spectacle. We decide not to go rowing again after the 34km rowing plus 1h weight training we have already done, and take a comfortable seat on Markus' catamaran.



Way down the Süderelbe, we pass by the huge container ships, cross the Köhlbrand Bridge (only 53m height this evenening - take care of your heads!) and stop at the Elbe. We're astonished by what's passing by: Ferries, cruise liners, a huge origami paper boat, a floating crane, a paddle steamer and also the Cap San Diego  (honestly, I was not aware it can still move). We decide not to join the parade with our nutshell and return back through our usual training ditrict, the Reiherstieg, passing by the Spektrum-Festival, for which the silos at the Rethe Bridge are illuminated with colorful patterns.

Judith trainiert... endlich im Doppelvierer


Eigentlich wäre ja Weltcup gewesen... also, bevor es da Missverständnisse gibt: der Weltcup in Luzern hat stattgefunden, leider aber ohne uns, denn wir hatten nur eine Gegenmeldung.

Stattdessen haben Katrin und ich uns dieses Wochenende aufgemacht nach Ratzeburg, um Wiebke und Leonie in der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung für die U23-WM zu besuchen. Im Gepäck hatten wir neben einem Satz schwarz-rot-goldener Skulls auch einen fabrikneuen Doppelvierer.
Der musste dann zunächst von ein paar Kilometer Frischhaltefolie (nicht dass er schlecht wird) und Klebeband befreit werden, dann ging's ans aufriggern. Auf irgendeinen Standard-Sportlertyp ist so ein Boot ja immer ausgelegt, leider sind die Sportlerinnen irgendwie nie so richtig standardisiert... also für mich die Schuhe ein paar Zentimeter hoch, für Leonie alle verfügbaren Keile unter den Ausleger bauen, bei Wiebke den Ausleger ganz nach hinten, dass Platz ist für die langen Gräten und im Bug noch flugs den extra hohen Wellenbrecher montiert, damit Katrin nicht nass wird. Wir hatten nämlich auch gleich bestes Ratzeburg-Wetter (ich berichtete)...
Schönstes Ratzeburger Wetter (wie man unschwer an Katrins Frisur erkennen kann)
Damit es uns nicht langweilig wird sind wir am Samstag auch gleich die Belastungen mitgefahren. Anfangs war's noch etwas rumpelig, aber wir konnten uns von Strecke zu Strecke steigern. Auch die darauf folgenden Einheiten liefen gut, so dass wir am Sonntag zufrieden aus dem Boot steigen konnten.

Für Leonie und Wiebke geht es dann ende Juli erstmal im Doppelzweier zur U23-WM nach Varese (Daumen drücken und angucken!), Katrin schreibt noch ein paar Klausuren, ich geh brav arbeiten und such mir 'ne neue Wohnung, und dann geht's ab ersten August richtig los mit WM-Vorbereitung! Ich halte euch auf dem Laufenden...




Sätze, die ich nie wieder hören möchte

Die Zeitschrift Neon hat seit einer Weile eine ganz wunderbare Rubrik: Menschen erzählen, welche Sätze sie nie wieder hören möchten. Meine persönliche Liste.

Du trainierst bestimmt ziemlich viel. So vier mal in der Woche, oder?


Sie sind ja noch jung. Da ist Ihnen die Karriere doch sicher wichtiger als der Sport.


Als Vegetarier bekommt man doch nie genügend Eiweiß, um sportliche Leistungen zu bringen.


Musst du immer deine eigene Waage mit zur Regatta bringen?


Wenn Sie fürs Trainningslager frei brauchen, können Sie ja auch Gleitzeit aufbauen. Sie dürfen bis zu zehn Stunden am Tag arbeiten!


Warum bist du denn nicht Profisportler geworden?


Ich fahre auch gerne Kanu.


Aegon Koninklijke Holland Beker Regatta

Die Bosbaan.
"Vom Gefühl her ist die Saison irgendwie schon gelaufen."
Markus' Worte drücken so in etwa das aus, wie es sich für mich anfühlt in der Woche vor Ratzeburg: Die Ranglisten sind längst vorbei, die Viererbesetzung noch völlig unklar und es ist keine Regatta in Sicht. Vielleicht der World Cup in Luzern...
Zum Glück hat Katrins Trainer die rettende Idee: die Holland Beker Regatta.
Diese geschichtsträchtige Internationale Regatta (es gibt sie seit 1886) wird ende Juni auf der Bosbaan in Amstelveen ausgetragen, also dort, wo wir Ende August auch zu den Weltmeisterschaften antreten. Klar, dass Katrin und ich nach einem sonnigen und intensiven Trainingswochenende in Frankfurt Boot und Skulls einpacken und uns frohen Mutes auf nach Amsterdam machen, um unsere internationale Klasse unter Beweis zu stellen.

Auf dem Weg nach Amsterdam erreicht uns die frohe Kunde: man hat sich inzwischen entschieden in den anderen Vereinen und im Deutschen Ruderverband: die Viererbesetzung für die Weltmeisterschaft steht. Der wichtigste Teil der Nachricht: Katrin ist dabei! Dazu kommen noch Wiebke, mit der ich diese Saison ja schon im Boot saß, und Leonie aus Saarbrücken.

Die Holland Beker Regatta findet wie gesagt schon sehr lange statt, und wenn man in der passenden Bootsklasse an den Start geht, gibt es da auch sehr krasse Pokale und Preisgelder zu gewinnen. Das führt dazu, dass sehr viele Nationen vertreten sind - die üblichen Verdächtigen Deutschland, Niederlande, England, China und die USA zum Beispiel, aber auch Uganda, Indonesien und Angola.

Irene auf dem Weg zu ihrem Vorlauf.
Auch der Austragungsort, die Bosbaan, hat es in sich: die Strecke ist komplett künstlich angelegt, ist exakt rechteckig und ähnelt daher einem viel zu groß geratenen Schwimmbad. Wie bei fast allen künstlichen Strecken haben sich die Macher was gedacht und die Strecke in die Hauptwindrichtung gedreht, was uns einen konstanten Schiebesturm über das gesamte Wochenende garantiert. Einen einzigen Nachteil hat die Bahn aber: es ist genau Platz für 8 Bahnen, so dass kaum Platz zum Ein- und Ausfahren und schon gar nicht zum Trainieren während der Regattazeiten ist. Deshalb wärmen wir uns morgens im Fitnessraum des Hotels auf anstatt nochmal eine Runde Zweier zu fahren. Anschließend das obligatorische Wiegen, Frühstücken und dann kann der "wedstrijd" beginnen:

Im Vorlauf am Samstag treffen wir auf zwei Niederländische Boote, Mexiko, China und Indonesien. Dritter müssen wir werden um uns fürs Finale zu qualifizieren. Ich bin etwas nervös, weil die Boosban mit einem gelben Albanosystem ausgestattet ist, dessen Bojen sich vor dem grauen Wasser nur sehr schlecht erkennen lassen. Und wir fahren doch sowieso schon immer nach Backbord... Ich schaue also das ganze Rennen brav nach hinten raus und halte das Boot in der Spur. Im Ziel muss ich Katrin erstmal fragen, auf welchem Platz wir denn nun gelandet sind. Es ist der zweite, mit knapp 6 sekunden Rückstand auf China. "Aber das mit dem nicht rausgucken war gut. Das solltest du beibehalten."
Ich tue wie mir geheißen. Irene testet unterdessen eine weitere Absonderlichkeit der Bosbaan aus: den "moving Grandstand". Das ist ein LKW, auf dessen Ladefläche eine Tribüne montiert ist, und mit dem man neben den Finalrennen herfahren kann. Irene ist begeistert davon, entspannt im Wechsel gucken und fotografieren zu können ("Nur die Fahrt zum Start war etwas seltsam. Man guckt dann ja die ganze Zeit in den Wald.")
Der "moving grandstand" und das Trainerpeloton beim Achterrennen.
Im Finale sind wir vom Start weg sehr schnell, lassen uns aber leider im Mittelteil von den Chinesinnen abhängen. Obwohl wir die letzten 500m das schnellste Boot im Feld sind wird es am Ende Platz 2, mit 2,36s Rückstand. Ist aber auch keine Schande, die Chinesinnen haben auf dem Weltcup in Aiguebelette immerhin Platz 6 belegt.

Für den Sonntag ist leider Regen angesagt, der zu unserem Glück aber dann doch recht warm und trocken ausfällt. Katrin fährt zusätzlich zum Doppelzweier auch noch den Vorlauf des leichten Einers, weil sie zu den deutschen Meisterschaften krank war und gerne nochmal wissen möchte, wie schnell sie eigentlich so ganz alleine rudert. Die Antwort: 08:07.27min. Damit wäre sie fürs Finale qualifiziert wenn sie es denn fahren würde (4 Rennen am Tag sind dann doch zuviel...) Und so springt sie direkt aus dem Einer rüber in den Zweier, wir fahren hoch zum Start und einen entspannten Vorlauf, nach dem ich mich dann auch endlich halbwegs aufgewärmt fühle. Das Finale läuft ähnlich ab wie Tags zuvor, Platz 2 hinter China, Rückstand dieses Mal 2,29s.

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